Einfach mal langsam machen

Slow Juicer: So gut sind die langsamen Entsafter

Slow Juicer liegen im Trend. Durch das sanfte Pressen von Obst und Gemüse sollen Vitamine erhalten bleiben. Das ist an dem Hype wirklich dran!

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Slow Juicer

Frischer und vitraminreicher geht es nicht: Slow Juicer gehören zu den besten Optionen für selbstgemachten Saft.

Erinnern Sie sich noch an das allgegenwärtige Teleshopping-Produkt Jack Lalanne's Power Juicer? In den schlecht synchronisierten Clips präsentierte man damals stolz, wie die patentierte Zentrifugaltechnologie Unmengen von Saft aus einer einzelnen Karotte pressen konnte. Was damals noch beeindruckend aussah, ist heute Standard. Und wie sich die Zeiten geändert haben! Heute weiß man: Nicht aggressive Schleudertechniken machen den besten Saft – stattdessen setzen Hersteller auf die sanften Slow Juicer. Mit ihnen bleibt der maximale Vitaminanteil bestehen.
Jack Lalanne Power Juicer

Jack Lalanne präsentiert einen Entsafter in einem alten Werbespot. Damals ein bemerkenswertes Produkt – heute sind Slow Juicer im Trend.

Zentrifuge oder Slow Juicer?

Was unterscheidet Slow Juicer also von den klassischen Zentrifugalentsaftern? Wieso ist der Saft aus diesen Geräten ein gutes Stück gesünder – was wusste das Team der Fitness-Ikone Jack Lalanne zu Zeiten des ersten Power Juicers nicht? Das Geheimnis liegt in der Art des Pressens: Zentrifugalpressen nutzen schnell drehende Reiben und Klingen, die das Obst zerkleinern. Der interne Behälter dreht sich mit hoher Geschwindigkeit und schleudert den Saft aus dem zerschnittenen Obst heraus. Ein Slow Juicer geht weniger rabiat vor: Während Zentrifugalpressen mit bis zu 15.000 (!) Umdrehungen pro Minute loslegen, nutzen die langsamen Maschinen beispielsweise rotierende Walzen oder häufiger: eine sich sehr langsam drehende Pressschnecke von 40 bis 80 Umdrehungen. Diese Mechanik hat gleich mehrere Vorteile.

Galerie: Das sind die beliebtesten Slow Juicer

Slow Juicer: Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

Nachteile

Schonende Saftgewinnung durch niedrige Temperaturen

Größere Vorbereitungszeit

Verhindert Oxidation und Verfärbung

Langsamere Saftgewinnung

Geeignet für Nussmilch

Höhere Anschaffungskosten

Geeignet für langfaserige Lebensmittel

Größere Anfälligkeit für Blockierungen

Feine Konsistenz des Saftes

Bis zu 30 % größere Saftausbeute

Vielseitige Anwendung für Smoothies oder Eiscreme

Vergleichsweise leise

Saft bleibt länger haltbar

Leichte Reinigung durch große Teile

Langlebige Bestandteile

Kalt gepresst, schnell geschleudert

Der geläufige Begriff „Kaltpresse” erklärt sich schnell: Diese langsam aber stetig rotierende Pressschnecke sorgt vor allem dafür, dass keine Hitze entsteht. Hitze ist bekanntermaßen der größte Feind von Vitaminen und anderen Vitalstoffen. Bei herkömmlichen Entsaftern entwickelt sich hingegen eine spürbare Hitze – schonend sieht anders aus. Zusätzlich verhindert die glatte Struktur der Pressschnecke dabei, dass kaum Sauerstoff in den Saft gelangt. Oxidation und damit verbundenes Verfärben frischer Säfte entfällt. Die Säfte bleiben je nach verwendeter Frucht bis zu zwei Tage attraktiv und lecker. Apropos Frucht – auch Gräser und Nüsse zur Herstellung von leckerer Pflanzenmilch lassen sich ohne Probleme mit den kalten Saftpressen verarbeiten. Übrigens: Durch die sanfte Verarbeitung gelangen weniger Pestizide der genutzten Früchte in das frisch gepresste Getränk.
Slow Juicer Pressschnecke

Slow and steady: Die typischen Pressschnecken sorgen für einen nur minimalen Vitaminverlust beim Pressen.

Nachteile der Slow Juicer: die Ungeduld und die Kosten

Die Saftqualität ist besser, die Geräte sind deutlich leiser und auch die Reinigung ist einfacher. Sie ahnen es: Es gibt tatsächlich ein paar Häkchen an der Sache. Zum einen ist das die Geschwindigkeit der Maschinen: Dank der immensen Drehzahlen kommt man mit Zentrifugalentsaftern deutlich schneller an die fruchtigen Säfte. Mit einem großen Einfüllschacht und hoher Leistung zerkleinern Sie so deutlich mehr Obst – und auch Rote Beete funktioniert in einem Zentrifugalentsafter deutlich besser als mit einem Slow Juicer. Ganz ohne lästiges Schnippeln und Schneiden. Dazu kommt der Anschaffungspreis: Einen günstigen Zentrifugalentsafter bekommt man inzwischen für knapp 30 Euro – für einen soliden Slow Juicer darf der Freund des Saftes mehr als das Dreifache hinlegen. Nach oben gibt es hier kaum Grenzen.

Für wen lohnt sich ein Slow Juicer?

Wer sollte also das Geld in die Hand nehmen, um sich ein entsprechendes Gerät anzuschaffen? Eindeutig Menschen, die bei Saft auf einen hohen Vitalstoffanteil achten. Gesundheit und hohe Qualität sind Ihnen wichtiger, als die reine Schnelligkeit, mit der der Saft ins Glas kommt? Prima, schlagen Sie zu. Damit sich die Anschaffung rentiert, sollte es aber durchaus häufiger mal einen leckeren Saft geben, als zwei Mal im Monat. Dann profitieren Sie aber von einer tollen Konsistenz, einem intensiven Geschmack und einem optimalen Nährstoffgehalt. Ein Slow Juicer ist also in jedem Fall die bessere Wahl als der klassische Jack LaLannes's Power Juicer.

Galerie: Diese Smoothie Maker holen alles aus der Frucht raus!

Slow Juicer

Erik J. Schulze

von

Fast Food und gesunde Ernährung sind nicht miteinander vereinbar? Mit etwas Kreativität und den richtigen Gadgets können auch Freunde der schnellen Küche mit einem guten Gefühl im Bauch zuschlagen.

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