Erschütternde Enthüllung

Knorpel und andere Abfälle: So ekelhaft ist unser „Fleisch”

Industrielle Fleisch- und Wurstwaren werden systematisch gepanscht und gestreckt. Frontal21-Recherchen offenbaren eine erschreckende Industrie, die billigsten Abfall als Lebensmittel verkauft.

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Gestreckte Fleischmasse

Fleischabfälle in unserer Wurst: Verbraucherschützer schlagen Alarm. Wirklich überrascht ist aber niemand.

Verbrauchertäuschung auf professionellem Niveau: Frontal21-Recherchen decken dramatische Zustände in der industriellen Produktion von Fleisch und Wurst auf. Statt hochwertiger Lebensmittel finden Verbraucher häufig gepanschten, gefärbten und gestreckten Abfall auf ihren Tellern. Perfide: Die ursprünglichen Produkte werden mit Proteinen aus Schlachtabfällen so gekonnt aufgepumpt, dass selbst Lebensmittelkontrolleure den Unterschied nicht mehr bemerken. Für Verbraucher ist ein informierter Kauf der Produkte nahezu unmöglich.

Gier der Fleischindustrie: Es geht um viel Geld

Das Vorgehen ist simpel: Die hinzugegebenen Tierabfälle nehmen in verarbeiterter Form deutlich mehr Wasser auf als unbehandeltes Fleisch. Mehr Wasser bedeutet ein höheres Gewicht und das bedeutet – natürlich – einen höheren Verkaufspreis. Ein Anbieter dieser pulverisierten Billigproteine ist dei Firma Sonac. Und die wehrt sich gegen jegliche Kritik, schließlich seien die Inhaltsstoffe prinzipiell legal. Die korrekte Deklarierung liege in den Händen der Fleischproduzenten. Um aber eben diese Produzenten letztendlich von der Zugabe des Abfall-Pulvers zu überzeugen, veranstaltet Sonac sogar spezielle Seminare. Frontal21 berichtet, dass Produzenten hier zur systematischen und maschinellen Zugabe von Tierresten und Wasser ermuntert werden. Alles für das schnelle Geld.

„Wir machen quasi aus Scheiße Gold”

In einem Gespräch mit verdeckter Kamera prahlt ein Mitarbeiter regelrecht mit den ekelhaften Zutaten: „Wir holen alles beim Schlachthof ab, was nicht verarbeitet werden kann. Wir verarbeiten 100 Prozent, nichts landet in der Mülltonne.” Weiter heißt es in dem geheim aufgezeichneten Video: „Wir machen quasi aus Scheiße Gold!”

Wer nutzt die Schlachtabfälle in seinen Produkten?

Bei Recherchen bleibt das Team des Magazins im Dunklen: Kaufland, Lidl und Aldi streiten ab, auf entsprechend gestreckte Fleischprodukte zurückzugreifen. Auch alle weiteren Anfragen, beispielsweise beim Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie laufen ins Leere. Wo kommt das Pulver zum Einsatz? Niemand weiß es, dennoch scheint es riesiger Markt zu sein.
Erik J. Schulze

von

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